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Seniorenwohnanlage Sinntal – Pilotprojekt nimmt Gestalt an

Sinntal, den 22.07.2009

Gemeinsame Pressemitteilung der Gemeinde Sinntal und „Mittelpunkt Generation Mensch“ – Freundeskreis zur Förderung der Gemeindepflegestation und der Seniorenbetreuung in der Gemeinde Sinntal

 

(Sinntal) Seit Herbst 2007 ist die geplante Seniorenwohnanlage ein Thema in der Gemeinde Sinntal. In der vergangenen Woche wurde sie im Rahmen einer Bürgerinformation, zu der Bürgermeister Carsten Ullrich gemeinsam mit dem Förderverein Mittelpunkt Generation Mensch in die Mehrzweckhalle nach Sterbfritz eingeladen hatten, einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Das Interesse war sichtlich groß, war doch die Mehrzweckhalle bis auf den letzten Platz gefüllt. Vorangegangen waren bereits mehrere Informationsveranstaltungen mit Anliegern, Kirchenvertretern sowie Sozialverbänden. Die daraus resultierenden Änderungsvorschläge wurden bei den Planungen berücksichtigt. Angesichts des großen Interesses zeigte sich der Bürgermeister bei seiner Begrüßung sehr positiv überrascht. Er unterstrich dabei, dass die Gemeinde Sinntal bei der Realisierung des Vorhabens auf keinen Privatinvestor zurück greifen wolle, der unter dem Strich lediglich auf die Rendite schiele. Daher habe man sich zunächst mit der Bitte um Beratung an die Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises, eine gemeinnützige Gesellschaft des Landkreises, gewandt, die nun die Einrichtung auch betreiben werden. Der Bürgermeister dankte in diesem Zusammenhang allen Fraktionen der Gemeindevertretung für deren vorbehaltlose und einstimmige Unterstützung des Vorhabens, welches seinen Ursprung in einem Antrag der SPD-Fraktion genommen hatte.


Rund 4,5 Millionen Euro werden die Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises in das geplante Gesundheits- und Pflegezentrum Sinntal in Sterbfritz investieren, führte der Kreisbeigeordnete und in dieser Funktion auch der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Andre Kavai aus. Die Seniorenwohnanlage soll im Sommer 2010 fertiggestellt sein. Alten und pflegebedürftigen Menschen wird dort ein Zuhause geboten werden, in dem sie sich wohl fühlen und entsprechend ihrer Gewohnheiten und Wünsche betreut und gepflegt werden. Mehr noch soll sie eine Begegnungsstätte der Bewohner mit den Sinntaler Bürgerinnen und Bürger sein. Zur Informationsveranstaltung habe man neben interessierten Bürgern einen breiten Querschnitt der Gesellschaft eingeladen, da das Projekt von vielen Kräften getragen werden soll.


Wie Kavai betonte, werde der Gebäudekomplex neben der katholischen Kirche in Sterbfritz der achte Standort der kreiseigenen Gesellschaft sein. Sinntal sei zur Zeit noch ein weißer Fleck in der Pflegelandschaft. Aktuell würde die Planung 52 Pflegeplätze vorsehen, für das Jahr 2011 dann 60. Laut Kavai sei das hart an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Geplant seien ein spezieller Wohnbereich mit 12 Plätzen für Menschen mit Demenz, zwei Hausgemeinschaften mit je 12 Plätzen sowie zwei Wohngruppen für Menschen mit Pflegebedarf mit ebenfalls je 12 Plätzen. Weitere Angebote seien Kurz-, Verhinderungs- und Tagespflege, Tagesbetreuung sowie die Gemeindepflegestation Sinntal mit dem ambulantem Pflegedienst. Ein Bürger-Service-Punkt (Beratungsstelle) als Bindeglied professioneller und ehrenamtlicher Seniorenbetreuungsangebote werde eingerichtet und eine Cafeteria als Begegnungsstätte soll betrieben werden. "Pflege aus einer Hand" sei ein Pilotprojekt, für das Fördergelder vom Sozialministerium und Mittel der EU erhofft werden. Ein der konzeptionellen Neuerungen ist, dass das Essen dezentral unter freiwilliger Mithilfe der Bewohner in den Wohngruppen zubereitet und gegessen wird. Rund fünfzig Arbeitsplätze wird die Seniorenwohnanlage Sinntal bieten.


Dieter Bien, der Geschäftsführer der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises, erläuterte gemeinsam mit dem Architekten Klaus Hartmann die Grundrisse sowie die räumliche Aufteilung. Dass das Vorhaben nicht nur Standard, sondern ein Pilotprojekt werden soll, betonte Bürgermeister Ullrich. In dem Zentrum seien die Bewohner nicht abgeschoben, sondern in den Ort integriert.


Nach der Präsentation nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zu zahlreichen Verständnisfragen, Anmerkungen und Diskussionen.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Seniorenwohnanlage Sinntal – Pilotprojekt nimmt Gestalt an